Einsame Après-Ski Hits in eisiger Kälte

Einsame Après-Ski Hits in eisiger Kälte

Die Frage war einfach: Wie hoch ist die Überlebenschance bei einer Schneeübernachtung im Toggenburg auf der Gössigenhöchi mit Biwakmaterial, welches für Mount Everest Expeditionen ausgelegt wäre? Ohne grosse Umschweife - kurz und schmerzlos - die klare Antwort ist: 100%.

Wir treffen uns in der Mistelegg auf rund 820 Meter über Meer am späten Nachmittag kurz vor dem Eindunkeln. Im Vorfeld wurde aufgeteilt was jeder mitnehmen und organisieren muss. Die Aufgaben waren klar; jemand war verantwortlich für das Abendessen, das Bier & Getränke organisiert jemand anderst und die Hauptaufgabe war ein Gipfelgaudi.

Wir funktionieren nach dem Eselsprinzip; Aufladen was geht

Wir funktionieren nach dem Eselsprinzip; Aufladen was geht

Die Schneekonditionen sind von der übelsten Sorte und die Schneedecke ist steinhart, aber trotzdem sinken wir mit unserem Sherpa-Gewicht regelmässig ein. Vorallem die Schneeschuhe erweisen sich als äusserst anstrengend mit dem grossen Rucksack auf dem Rücken.

Nach rund einer Stunde Aufstieg erreichen wir eine geeignete, flache Stelle am Waldrand und beschliessen das Basecamp aufzubauen.

Die vom Wald windgeschützte, flache Stelle bietet ein optimaler Lagerplatz

Die vom Wald windgeschützte, flache Stelle bietet ein optimaler Lagerplatz

Nach dem die zwei Zelte im Schnee stehen und für den Komfort der alten Herren, Gräben im Eingangsbereich geschaufelt sind, beginnt der gemütliche Teil des Abends. Das Abendessen, bestehend aus Suppe, Wienerli und je eine Portion Nudeln, ist schnell zubereitet und die Unmengen an Bier angezapft…kein Wunder sind wir bei jedem Schritt während dem Aufstieg eingebrochen.

Bei einer genialen Aussicht mit filmreifen Abendrot geniessen wir das Alpengaudi, was aktuelle Après-Ski Hits, Kaffee Baileys, hausgemachter Nusstorte und Nägel & Hammer bietet. Trotz eisiger Kälte und immer noch in Skischuhen verbringen wir einen amüsanten und sehr lustigen Abend vor dem Zelt. Wir wissen nun auch endlich wie die Mutter von Niki Lauda heisst…

Für eiskalte Erlebnisse und wunderschöne Aussichten muss man nicht unbedingt ins Himalaya

Die Nacht im Zelt direkt auf dem Schnee ist arschkalt und wir sind froh, halten die Isomatten und Schlafsäcke, das was sie versprechen. Nach einer Runde Kuhhandel mit Advanced Rules, an die wir uns alle zuerst gewöhnen müssen, wird es Zeit sich in den warmen Daunenschlafsack zu verkriechen. Wir alle hoffen, dass das wohlschmeckende Bier uns nicht allzuoft zu einem nächtlichen Spaziergang treibt.

Das Basecamp by night - hoffetlich kommt da nichts aus dem Wald

Die Komforttemperatur des Schlafsacks wurde trotz eisiger Kälte nicht überschritten…Glück gehabt.

Die Basecamp-würdige Ausrüstung leistet volle Arbeit

Bei den ersten Sonnenstrahlen quälen wir uns aus dem Schlafsack, stärken uns mit einer Tasse heissem Instantkaffees und beginnen das Basislager abzubauen. Da sich die Schneebedingungen nicht wirklich geändert haben, beschliessen wir uns direkt ins Tal zu fahren ohne noch auf dem Gipfel gewesen zu sein.

Im Restaurant Mistelegg gönnen wir uns einen richtigen Kaffee und ein Gipfeli. Wir sind glücklich und zu frieden über die gelungene Tour und die neuen Erfahrungen.

📷 by perfectraw

Weglos bedeutet nicht unbedingt ziellos

Weglos bedeutet nicht unbedingt ziellos

Wir treffen uns zum Brunch

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